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Vor vielen Jahren, noch während meiner Lehre zur Damenschneiderin, da hab ich die eine oder andere Wollhose für Kunden genäht. Damals wurde mir auch eingetrichtert, dass Wollhosen IMMER mindestens vorne gefüttert werden. Das dient dazu, dass der Stoff über die Knie nicht ausleiert und unschöne Dellen kriegt. Wenn ich also nach gut 10 Jahren schon mal Schurwolle in der Hand hab um daraus eine 20’s Pants zu nähen, dann auch richtig.

Nun da ich eigentlich nicht so sehr ein Wolle Mensch bin und es mich mit Wollstoffen nur schon mein Gedanken daran juckt,hab ich auch die Hinterhose gefüttert. Kann man, muss man aber nicht. Da das ja etwas ist, das über das man nicht so ganz alle Tage stolpert, hab ich den Prozess mal kurzerhand in die Anleitung mit aufgenommen. Um euch ein kleines ‚Extra‘ mitzugeben.

Mein Stoff hier ist so schön weich und fein, das fühlt sich super an und dank dem Futter kann ich mich auch super darin bewegen ohne an frühere kratzige Wollpullover denken zu müssen (ja ich bin jung, aber DAS kenn ich auch noch.. 😉 ). Der Nachteil am dünnen Stoff? Er zeichnet absolut alles ab, so bilden sich ab der kleinsten Bewegung natürlich auch ganz viele Bewegungsfalten. Aber stocksteif und ruhig zu stehen ist und bleibt nunmal einfach nichts für mich – schon gar nicht nur damit ein Kleidungsstück keine Falten aufweist auf den Fotos. Und wo unser Körper Falten bildet, da MUSS der Stoff darüber ja fast auch welche haben.

Mit einem guten Freund hab ich ja schon einiges gestritten was den Schnitt der Hose anbelangt – während ich die total sexy finde und der Meinung bin, dass die echt nen tollen Po zaubert, hat er mir verboten die in seiner Nähe anzuziehen. Nun denn, ich hoffe mal dass sie euch besser gefällt als ihm, ich selber fühl mich nämlich super wohl darin.

Auch ganz toll daran finde ich, wie wandelbar die 20’s Pants ist. Je nach restlichem Outfit kann sie sehr elegant und businesslike rüber kommen oder voll cool und eher in Richtung punk oder military gehen. Da ich in meinem Geschäft keinen Dresscode habe und auch in Jogginghose arbeiten kann, brauch ich kaum eine elegante Anzugshose. Die coole Variante mit den Boots hingegen, die ist absolut mein Ding. Was meint ihr, wie gefällt euch die Hose besser?

Ab sofort gibt es die 20’s Pants auch für euch als Schnittmuster zu holen – inklusive allen tollen Tipps wie dem Füttern, verschiedenen Taschenvarianten, optionalen Hosenträgern und entsprechend zwei verschiedenen Bundvarianten und vielen mehr.
Und ich geh in der Zwischenzeit dann mal noch fertig packen für die Creativa Zürich, an welcher ihr mich dieses Wochenende antreffen könnt.

Eure Carina
:-*

Schnittmuster Hose: 20’s Pants by Sewera
Schnittmuster Oberteil: Body by Sewera
Fotos: Wartenweiler Fotografie
Stoff: Stoffmarkt
Schuhe: Prada
Zu sehen bei: DufürDichamDonnerstag, SewLala

Gut Ding will Weile haben.. So ist der Schnitt für die Hose hier schon bald ein Jahr geplant gewesen, bis ich endlich das erste Exemplar fertig genäht hab. Manchmal bin ich ja super schnell mit etwas Neuem designen und nähen, so hab ich manchmal innert einem Tag einen neuen Schnitt fertig zum testen und am nächsten schon Fotos vom ersten fertigen Teil. Ja aber eben nur manchmal, andere Ideen brauchen dann viel länger bis sie fertig ausgereift, vorgetestet, angepasst und nochmals getestet sind..

Die Idee zur 20’s Pants ist zudem auch nicht meine, vielmehr wurde ich letztes Jahr an der Creativa von zwei lieben Bloggerkolleginnen dazu animiert, die doch bitteschön umzusetzen <3
Nun wie will man da auch nein sagen, wenn sie dich mit grossen Hundeaugen angucken? Jetzt werden sie sich bestimmt ganz dolle freuen, dass es endlich soweit ist und ich ihrem Wunsch nachkomme.

Damit ich euch die Hose möglichst detailliert zeigen kann, hab ich mir auch gleich meinen neuen Bralette für die Fotos geschnappt. Ich trage ja kaum noch einen anderen BH…

Ihre Vorlage hab ich mit einer Prise ‚Sewera‘ versehen und freu mich jetzt doch auch sehr drauf, dass es endlich ins Probenähen gehen kann. Da die Hose etwas aufwändiger zu nähen ist, hab ich hier auch bereits mehr Zeit eingerechnet. Auch wenn natürlich  niemand die Knopflöcher so wie ich von Hand nähen muss und die Potaschen nur optional sind, so dauert nur schon die Anpassung auf den eigenen Körper bei einer Hose aus unelastischen Stoffen eben einen Moment länger.

Auch der Reißverschluss ist womöglich für die eine oder andere noch Neuland. Zusätzlich ist der Schnitt ja eigentlich auf Hosenträger ausgelegt, da ich aber grade noch so keine zur Hand hatte und mich ehrlich gesagt auch nicht so ganz damit sehe (wobei – sag niemals nie!), hab ich sie kurzerhand einfach weggelassen. Stoff für das nächste Modell liegt aber bereits vorgewaschen da und freut sich darauf, eine tolle Businesshose zu werden. Was meint ihr – graue Schurwolle und schwarze Hosenträger, passt das?

Nun denn, wollen wir mal langsam zu den Eckdaten der Hose kommen:

  • Weit geschnittenes Bein
  • Unelastische Webware Stoffe (Jeans, Cord, Wollstoffe)
  • Reißverschluss
  • Knöpfe
  • Abnäher am Po, vorne nach Wahl Abnäher oder Falten
  • Schräge Eingriffstaschen vorne
  • Paspeltaschen hinten
  • Hoher Bund
  • Optional mit Hosenträgern
  • Größe 32 – 50

Da meine nächste Hose ja aus Schurwolle genäht wird, kommt in die Anleitung auch die Info, wie so eine Hose gefüttert wird. Bis zu den Knien sollte da nämlich ein feines Futter rein – so hab ich es vor vielen Jahren zumindest gelernt 😉

Nun denn, wenn ich euer Interesse geweckt hab und ihr bis Ende Oktober mindestens eine Hose nähen möchtet, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar mit Link zu eurer Seite und eurer Grösse.

Eure Carina
:-*

 

Schnittmuster Hose: 20’s Pants by Sewera (Probenähen)
Schnittmuster BH: Bralette by Sewera
Schnittmuster Shirt: Simply Raglan Shirt by Sewera (gekürzt)
Fotos: Mama
Schuhe: Jimmy Choo